CORONA – hätte mir jemand diesen Begriff vor einem Jahr an den Kopf geworfen, dann hätte ich gefragt: Was ist das? Eine Stadt in Chile? Ein italienisches Schimpfwort? Eine Naturerscheinung? Eine giftige Spinnenart?

Mittlerweile weiß ich, dass man darunter das Virus Covid-19 versteht, dennoch hätte ich zum Zeitpunkt des Ausbruches nicht gedacht, dass sich unser Leben in Kürze schlagartig ändern wird. Dass neue Krankheiten entdeckt werden, ist keine Seltenheit. Beispielsweise waren vor sechs Jahren einige Menschen an Ebola erkrankt, allerdings relativ wenige Europäer.

Deshalb dachte ich Ende Januar: Das Virus kommt schon nicht zu uns, China ist weit weg, doch dann war es soweit – viele Infizierte in Italien waren nur der Anfang, doch weitere in ganz Europa folgten. Ein ganzer Rattenschwanz geriet nun in Bewegung.

Schulschließung, Home Office, Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, Einschränkung der Grundrechte, Herunterfahren der Wirtschaft, Grenzkontrollen, Passierscheine – viele Begriffe, Wortgruppen und Ereignisse, die ein Großteil von uns nie am eigenen Leib erfahren musste bzw. mit denen wir vor Corona etwas anderes konnotierten. Vergleichbares gab es zuletzt während des Zweiten Weltkrieges und daran erinnert sich keiner gern zurück.

Die Aufhebung der Schulpflicht hätte ich vor der Pandemie nie für möglich und notwendig gehalten. Plötzlich tauchten wir ein in eine Welt, die uns zuvor verborgen blieb. Auf einmal war man auf sich selbst gestellt und sein eigener „Herr“. Anfangs war es ein wenig interessant, weil es eine neue, ungewohnte Erfahrung war, doch mit der Zeit wurde daraus eine Qual. Keinen direkten Kontakt zu Verwandten, wie Großeltern, haben zu dürfen, ist sehr furchtbar und zusätzlich nichts mit Mitstreitern aus der Klasse machen zu dürfen, verschlimmert das Ganze. Keine Tests und Klassenarbeiten zu schreiben, heißt weniger Stress und weniger Lernen, genau das ist es, was mir Sorge bereitet. Wenn eine Prüfung ansteht, ist man gezwungen zu lernen, ist dies nicht der Fall, arbeitet man die Aufgaben zwar präzise ab, aber merkt sich in den Fächern, für die man sich nicht sehr begeistert, nur oberflächige Inhalte.

Die große Frage ist, wie es weitergeht, was mich des Öfteren beschäftigt. Wir sind neunte Klasse und schreiben nächstes Schuljahr die Besondere Leistungsfeststellung. Deshalb wünsche ich mir sehr, dass es spätestens nach den Sommerferien normal weitergehen kann, sodass keineswegs unsere Leistungen darunter leiden, dasselbe wünsche ich natürlich sowohl anderen Prüflingen, wie zum Beispiel Abiturient*innen, als auch den Schüler*innen der unteren Klassenstufen.

Dennoch bin ich froh, wie Sie, liebe Lehrer*innen, diese Zeit gemeinsam mit uns gemeistert haben und immer noch meistern. Sie haben versucht, das Beste daraus zu machen und versorgten bzw. versorgen uns mit Aufgaben, sodass wir dennoch einigermaßen „im Stoff“ bleiben – das ist nicht bei allen Schulen selbstverständlich. Des Weiteren freue ich mich über die zahlreichen netten E-Mails und Nachrichten, die ich von Ihnen erhalten habe. Vielen Dank, dass Sie alles erklärt und anschaulich gestaltet haben.

Pascal Meiß, Klasse 9/2