Am vergangenen Sonnabend war ich zur Jugenweihe der Schüler*innen meiner Klasse 8/2 in die Landesbühnen eingeladen. Mathilda Grumbach und Pascal Meiß haben eine Rede gehalten, die mich sehr berührt hat. C. Hertzschuch

 

Liebe Eltern, liebe Großeltern, liebe Geschwister und sehr geehrte Gäste,

wir alle haben dem heutigen Tag schon seit Wochen und Monaten mit viel Spannung, Ungeduld und Vorfreude entgegengefiebert. Mit der heutigen Jugendweihe beginnt für uns ein neuer Lebensabschnitt. Zu den Kindern gehören wir nicht mehr, aber das Erwachsen-Werden müssen wir noch lernen.

Vor ca. 14 Jahren erblickten wir das Licht der Welt. Wie süß wir doch waren….Das erste Lächeln, nach ein paar Monaten die ersten Wörter, der erste Zahn, bald die ersten Schritte. Kurze Zeit später lernten wir im Kindergarten unsere ersten Freunde kennen, mit denen wir spielten. Mit der Zeit entstand ein soziales Fundament, auf dem wir nach und nach immer wieder aufbauen. Nachdem wir uns über unsere prachtvollen Zuckertüten gefreut hatten, begann der Ernst des Lebens.

Die ersten Herausforderungen bestanden darin, das Lesen und Schreiben sowie das Rechnen erfolgreich zu meistern. Ab der zweiten Klasse bekamen wir die ersten Rückmeldungen bzgl. unserer Leistungen in Form von Noten, welche mehr oder weniger gut ausfielen. Ein weiterer Lebensabschnitt folgte nach der vierten Klasse mit dem Wechsel zum Gymnasium bzw. zur Oberschule. Neue Fächer, wie beispielsweise Französisch oder Russisch als zweite Fremdsprache und Physik stellten für uns eine weitere Herausforderung dar.

Das alles sind wichtige Schritte in unserer Entwicklung gewesen, und nun stehen wir auf dieser Bühne. Ich schaue hier in die Gesichter junger Menschen, die allen im Saal Danke sagen wollen. Wir bedanken uns von ganzem Herzen vor allem bei unseren Eltern, Großeltern, Geschwistern und Verwandten sowie Erziehern, Lehrern und Trainern. Ihr habt uns von klein auf begleitet, wart immer für uns da und habt vieles für uns möglich gemacht. Auch für eure Liebe, Zuneigung, Fürsorge und Hilfe ein großes Dankeschön. Das ist das, was wir an euch so schätzen.

Ab heute sind wir sozusagen in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Es wird uns wahrscheinlich nicht immer gelingen, uns als solche zu benehmen. Aber wir sind uns der wachsenden Verantwortung für uns selbst bewusst und brauchen auch weiterhin eure und Ihre Unterstützung.

In 4 Jahren sind wir wirklich erwachsen und stehen somit voll im Leben. Wie Dietrich Bonhoeffer einst sagte: „Neues wagen: Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ D.h. mit den richtigen Entscheidungen den Weg zu gehen, den man sich wünscht. D.h. aber auch, dass man ein gewisses Risiko eingehen muss, um seine Träume und Wünsche zu erreichen.

Einige von uns werden nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung oder ein Studium beginnen. Andere starten vielleicht mit einem FSJ oder lernen im Ausland. Eines Tages werden wir die Seiten gewechselt haben und sitzen stolz auf Ihren Plätzen, während wir gerührt der Rede unserer Kinder lauschen.

In rund 50, oder erst in 60 Jahren winkt schon bald die Rente, und die Pracht der grauen Haare kann sich voll entfalten. Dann können wir hoffentlich sagen: „Wir hatten ein erlebnisreiches und erfülltes Leben.“

Hiermit bedanken wir uns im Namen aller Schülerinnen und Schüler unseres Jahrgangs für unsere schöne Kindheit und wünschen euch und Ihnen einen feierlichen Jugendweihetag, den wir nun gemeinsam mit unseren Familien und Freunden genießen wollen.