Kleiner Rückblick zur Wanderausstellung des United Holocaust Memorial Museum Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“

Die „Aktion Zivilcourage e.V.“ ermöglichte uns Geschichtslehrern, die Wanderausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ des United States Holocaust Memorial Museum für mehrere Wochen an unsere Schule zu holen, um den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 9 bis 11 einen anschaulichen und vertiefenden Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus zu ermöglichen.

Die Ausstellung ergänzt den regulären Geschichtsunterricht, indem sie anhand konkreter Einzelschicksale zeigt, wie Menschen zu Tätern, Mitläufern oder auch zu Helfern und Widerständigen wurden. Dadurch wird deutlich, dass Ausgrenzung und Verfolgung nicht nur von politischen Entscheidungsträgern, sondern auch durch das Handeln oder Wegsehen vieler gewöhnlicher Menschen ermöglicht wurden.

Die Schülerinnen und Schüler können so historische Zusammenhänge nicht nur theoretisch erfassen, sondern sich intensiv mit persönlichen Geschichten und moralischen Fragen auseinandersetzen. Dies fördert ihr historisches Urteilsvermögen sowie ihre Fähigkeit zur kritischen Reflexion über Verantwortung, Zivilcourage und demokratische Werte. Zugleich regt die Ausstellung dazu an, Bezüge zur Gegenwart herzustellen und über den Umgang mit Diskriminierung, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Verantwortung nachzudenken. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Erinnerungskultur an unserer Schule.

Die Geschichtsfachschaft des Lößnitzgymnasiums Radebeul

Radebeul, 24. Juni 2026

 

 

Einige waren Nachbarn – Täterschaft, Mitläufertum, Widerstand

Die Aktion Zivilcourage e.V. behandelt zusammen mit dem United States Holocaust Memorial Museum in ihrer Wanderausstellung die Zeit des Holocausts und zeigt Bilder, über die häufig geschwiegen wird. Dabei werden sie von dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Ausstellung wurde außerhalb unserer Schule schon im Kulturpalast Dresden, im Hygienemuseum sowie im Pirnaer Rathaus gezeigt und klärte somit schon unzählige Menschen über die Grausamkeit der Nationalsozialisten auf.

Doch wie genau schafft es dieses Projekt, anhand von 23 Plakaten die Tragweite des Holocausts zu vermitteln und gelingt dies überhaupt?

Die Ausstellung ist in drei große Themen unterteilt:

1) Überzeugungstäter – Opportunisten – Konformisten – Dissidenten

      Die Herrschaft der Nationalsozialisten beruht auf Unterstützung, Anpassung und Angst

Die Juden wurden ausgeschlossen, misshandelt, verachtet und letztlich vernichtet.
In dem ersten Themenbereich der Ausstellung geht es um die grausamen Lebensumstände, welche sie jahrelang erleiden mussten.

Sie wurden aus Restaurants und Läden verbannt und öffentlich gequält sowie deportiert. Es gab zahlreiche Schaulustige, darunter Schulklassen, Familien und eigentlich engagierte Organisationen, welche bei öffentlichen Demütigungen zusahen und sich an ihrem Leid erfreuten. Sie kauften persönliche Gegenstände und Wertsachen der Juden auf Auktionen kurz nach deren Deportation auf. Nur die wenigsten halfen und schützten die Opfer.

Der Felsberger Polizist Erich Troch war einer von diesen, der sich 1938 vor eine jüdische Familie stellte.

2) Deutsche Besatzer – örtliche Rekruten – Nachbarn

     Nationalsozialistischer Terror verschärft ethnische Konflikte und verstärkt Eigeninteressen

Anders als erwartet waren auch nichtdeutsche Helfer Anhänger der Nationalsozialisten. In Thema 2 klärt die Ausstellung über die zahlreichen osteuropäischen Täter auf, welche Juden kurz vor ihrer Ermordung bewachten und entwürdigten.

3) Regierungen – Staatsdiener – Beobachter

     Krieg und Antisemitismus beeinflussen die Bereitschaft zur Kollaboration

 Wie einzelne Menschen der Bevölkerung sich verhielten und fühlten, wird in Thema 3 erklärt. Einige halfen, indem sie die Juden versteckten oder sie warnten, doch leider gab es zu viele, die sich nicht widersetzten und die Juden ihrem Schicksal überließen.

 

Das Kindermädchen Frantiska Prva (Mitte) kümmerte sich um die jüdischen Schwestern Renate (links) und Sylvia Schonberg (rechts), nachdem ihre Eltern nach Ungarn geflohen waren und anschließend starben. Die zwei Schwestern überlebten den Krieg, getarnt als Nichtjuden.

 

Abschließend möchte ich sagen, dass ich die Ausstellung beeindruckend und informativ finde. Es ist wichtig, auch heute noch über die Verbrechen aufzuklären, den Helfenden zu danken und dafür zu sorgen, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder passiert.

  

Laureen Melzer, 10b