Lößnitzgymnasium
Radebeul

Brigitte-Sauzay-Programm und Voltaire-Programm

Für interessierte Schülerinnen und Schüler der 8., 9. und 10. Klasse gibt es die Möglichkeit, im laufenden Schuljahr für einige Monate eine gleichaltrige Französin/einen gleichaltrigen Franzosen in der eigenen Familie aufzunehmen. Entweder im Anschluss oder bereits davor ist man dann in der französischen Familie zu Gast. Mit dem Brigitte-Sauzay-Programm verbringen die Jugendlichen 2 x 3 Monate und mit dem Voltaire-Programm 2 x 6 Monate miteinander. Benötigt werden Empfehlungsschreiben der jeweiligen Französischlehrerin und ggf. des Klassenlehrers sowie die Genehmigung durch die Schulleitung. Besonders gute Leistungen in sämtlichen Fächern sind keine Voraussetzung, ermöglichen aber einen guten Wiedereinstieg in den Schulalltag. Im Gastland erhält der Schüler am Ende seines Aufenthaltes Noten in verbaler Einschätzung und ist angehalten, den versäumten Schulstoff in der Heimatschule selbständig nachzuholen. Die Gastfamilie muss für den Gastschüler ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellen können.

Interessierte Schülerinnen und Schüler sollten unkompliziert und offen sein, sich schnell anpassen und auch in schwierigen Situationen nicht gleich davonlaufen, sondern Ausdauer haben und ggf. Konflikte ertragen können. Toleranz und persönliche Reife sind Voraussetzungen, um für lange Zeit allein und ohne die eigene Familie im Gastland zurechtzukommen. Der Gastschüler nimmt für die Zeit seines Aufenthaltes am ganz normalen Familienalltag teil und geht mit seinem Austauschpartner in die Schule. Es wird empfohlen, dass der Gastschüler nicht in die gleiche Klasse geht, um selbständig soziale Kontakte zu knüpfen.

An unserem Gymnasium hatten sich in diesem Schuljahr 2013/2014 3 Schülerinnen für einen solchen längeren Aufenthalt in Frankreich entschieden. Bereits nach kurzer Zeit haben sie situativ sehr schnell und effizient gelernt. Der lange Aufenthalt in Frankreich bot ihnen die Möglichkeit, in echten Kommunikationssituationen Vokabeln zu festigen und neue zu lernen, Grammatik anzuwenden und ihren Sinn direkt als notwendiges Gerüst einer Sprache zu verstehen. Sprachhemmungen haben die Schülerinnen in Frankreich sehr schnell, ganz automatisch und spontan abgelegt.

Wie Erfahrungen gezeigt haben, erwerben die Jugendlichen aus dieser interkulturellen Mobilitätserfahrung weit mehr als nur sehr gute Sprachkenntnisse. Ein solch langer Aufenthalt ist immer eine persönliche Bereicherung im Leben eines Jugendlichen, die Weichen stellen wird für das spätere Leben, und die unvergessen bleibt. Die zahlreichen Erfahrungen sowohl landeskundlicher als auch sprachlicher Art, auf der zwischenmenschlichen Ebene oder nur mit sich selbst werden für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden sein. Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und Offenheit sind nur einige Eigenschaften, die von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern als auch von deren Umfeld immer wieder mit beiden Austauschprogrammen in Verbindung gebracht werden. Diese Jugendlichen werden darüber hinaus „Botschafter“ der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Im Januar 2013 feierten Frankreich und Deutschland den 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages, der die Aussöhnung unserer beiden Länder besiegelte.

 

„Ich habe gelernt, Einrad zu fahren, Neues zu essen, mich alleine als Coach zu haben, unempfindlich gegenüber unangenehmen Bemerkungen zu bleiben, meine Vorurteile für mich zu behalten…und diese Liste könnte man über Seiten ausbreiten, so viel Neues weiß und kann ich jetzt.“

Murielle, frz. Teilnehmerin 2012/2013

 

„L’échange apporte plein de choses: Déjà l’amélioration de la langue et en plus, on apprend à être autonome et apprécier soi-même ses capacities et ses défauts.”

Hannah, deutsche Teilnehmerin 2012/2013

 

Alle wichtigen Informationen bzgl. Anmeldung, Kosten sowie administrativer Voraussetzungen findet man im Institut Français de Dresde oder im Internet, z.B. auf den Seiten des Deutsch Französischen Jugendwerkes. Gern können sich interessierte Schülerinnen und Schüler auch an mich, Frau Hertzschuch, wenden.